Vitamin K

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Vitamin D und K2, Bildquelle: Vitamin D und Vitamin K, David Rotter, Dr. Schweikart GmbH[1]


Vitamin K gehört wie auch Vitamin A, D und E zu den fettlöslichen Vitaminen. Um deren Aufnahme über die Nahrung zu steigern ist der gleichzeitige Verzehr von gesunden Fetten oder Ölen deshalb sehr förderlich. Es gibt zwei natürlich vorkommende Formen von Vitamin K: Vitamin K1 und Vitamin K2. Vitamin K2 scheint jedoch von beiden die aktivere Form zu sein. Vitamin K1 kommt hauptsächlich in den Blättern verschiedener Grünpflanzen vor, am meisten Vitamin K1 von allen Pflanzen hat der Grünkohl. Vitamin K1 kann also über die Nahrung aufgenommen und vom Organismus – so vermutet man - zum aktiveren Vitamin K2 umgewandelt werden.[2]

Vitamin K2 wird hingegen von Mikroorganismen gebildet – unter anderem auch von den Bakterien der Darmflora und kann direkt über die Darmzellen aufgenommen werden. Nicht nur deshalb ist ein gesunder Darm eine grundlegende Vorraussetzung für die Versorgung mit allen Nährstoffen und Spurenelementen, die unser Körper zum Leben braucht. Auch rohes Sauerkraut, Butter, Eidotter, Leber, manche Käsesorten und das fermentierte Sojaprodukt Natto sind Vitamin-K2-Quellen.[2]

Wirkungen von Vitamin K im Körper

Vitamin K reguliert die Blutgerinnung

Unser Organismus benötigt einen Teil von Vitamin K, damit die Blutgerinnung funktionieren kann. Ein Mangel an Vitamin K hemmt demnach die Gerinnungsfähigkeit des Blutes, was erhöhte Blutungen zur Folge haben kann. Um dies zu vermeiden, sollte der Körper stets mit genügend Vitamin K versorgt werden. Im Umkehrschluss führen hohe Dosierungen von Vitamin K nicht zu einer verstärkten Blutgerinnung oder erhöhten Thrombosegefahr. Unser Körper ist in der Lage, das vorhandene Vitamin K optimal zu nutzen, so dass die Blutgerinnung im Gleichgewicht bleibt.[2]

Vitamin K gegen Arteriosklerose und Schlaganfälle

Vitamin K ist nicht nur für die Blutgerinnung, sondern auch für die Prävention und die Rückbildung von Arterienverkalkungen von grosser Bedeutung. Als eine Folge schlechter Ernährung und des ansteigenden Blutdrucks entstehen mikroskopisch kleine Risse an den Innenwänden unserer Arterien. Unser Körper versucht, diesen Schaden zu beheben. Doch wenn dem Körper dazu die nötigen Vitalstoffe (wie Vitamin C und Vitamin E) fehlen, sucht er nach einer Notlösung, um die Risse wenigstens zu stopfen. Aus der Not heraus verwendet der Körper eine bestimmte Form von Cholesterin - das LDL-Cholesterin - welches Calcium und andere Stoffe aus dem Blut anzieht und damit die Risse der Gefässe stopft. Diese Kalkablagerungen werden als Plaque bezeichnet und können, wenn sie sich lösen, zu einem tödlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.[2]

Mit Vitamin K kommt Calcium in die Knochen und nicht in die Blutgefässe

Normalerweise ist Calcium ein wichtiger Mineralstoff, welcher bei zahlreichen Prozessen, wie der Bildung von Knochen und Zähnen, in unserem Körper Verwendung findet. Doch wenn unser Körper nicht in der Lage ist, das Calcium für diese Prozesse aus dem Blut abzuziehen, bleibt es im Blut zurück und wird von den Gefässwänden aufgenommen. Die Arterienwände verkalken im wahrsten Sinne des Wortes. Genauso wird vermutet, dass es nun zu einer Ablagerung des Kalkes in Form von Nierensteinen kommen kann. An dieser Stelle kommt Vitamin K zum Einsatz: Es entfernt überschüssiges Calcium aus dem Blut, so dass es für die Knochen- und Zahnbildung eingesetzt werden kann und sich weder in den Blutgefässen noch in den Nieren ablagert. Ein ausreichend hoher Vitamin-K-Spiegel senkt somit das Risiko für Arteriosklerose (und damit natürlich auch für Herzinfarkte und Schlaganfälle) sowie vermutlich auch das Risiko für Nierensteine.[2]

Vitamin K2 senkt Arteriosklerose- & Herz-Kreislauf-Risiko um 50%

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegen die Plaque-reduzierende Eigenschaft von Vitamin K. So wurde im Fachblatt Atherosclerosis eine Studie[3] mit 564 Teilnehmerinnen veröffentlicht, die zeigen konnte, dass eine Vitamin-K2-reiche Ernährung die Bildung tödlicher Plaque deutlich verringert. Auch die Rotterdam-Herz-Studie[4] zeigte während einer Beobachtungszeit von zehn Jahren, dass Menschen, die sich von Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an natürlichem Vitamin K2 ernährten, eindeutig weniger Calcium-Ablagerungen in den Arterien aufwiesen als andere. So belegte die Studie, dass natürliches Vitamin K2 das Risiko an Arteriosklerose zu erkranken oder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um 50% reduzieren kann.[2]

Vitamin K1 & K2 als Schutz gegen Osteoporose

Auch die Knochen brauchen - neben Calcium und Vitamin D - Vitamin K, um gesund und stark zu bleiben. Vitamin K stellt den Knochen und Zähnen nicht nur das benötigte Calcium aus dem Blut zur Verfügung, sondern aktiviert auch ein Protein, das am Knochenaufbau beteiligt ist. Erst unter der Wirkung von Vitamin K kann dieses Protein namens Osteocalcin Calcium überhaupt binden und in den Knochen einbauen.[2]
Vitamin K2 gegen Osteoporose:
Eine Studie aus dem Jahre 2005 beschäftigte sich umfassend mit Vitamin K2 in Bezug auf den Knochenaufbau. Die Forscher konnten zeigen, dass ein Mangel an Vitamin K2 zu einer geringeren Knochendichte und einem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen bei älteren Frauen führt. In einer weiteren Studie wurde sogar gezeigt, dass der Knochenabbau bei Osteoporose durch grosse Mengen an Vitamin K2 (45mg täglich) unterdrückt und die Knochenbildung wieder angeregt werden kann.[2]
Vitamin K1 gegen Osteoporose
Eine andere Studie der Harvard Medical School mit mehr als 72.000 Teilnehmerinnen zeigte, dass auch das häufiger vorkommende Vitamin K1 einen positiven Einfluss auf das Osteoporoserisiko hat. Es wurde belegt, dass Frauen, welche viel Vitamin K1 verzehrten, 30% weniger Knochenbrüche (bei Osteoporose) hatten, als die Vergleichsgruppe, die sehr wenig Vitamin K1 zu sich nahm. Interessanterweise erhöhte sich das Osteoporoserisiko der Probandinnen sogar, wenn hohe Vitamin D Werte in Kombination mit mangelhaften Vitamin K Werten vorlagen.[2]

Vitamin K als Prävention gegen Leukämie & Leberkrebs

Unser Körper ist fortwährend den Angriffen bösartiger Krebszellen ausgesetzt, die vom Immunsystem erkannt und unschädlich gemacht werden. Solange wir gesund sind, bekommen wir davon gar nichts mit. Aber eine zuckerhaltige, auf industriellen Lebensmitteln basierende Ernährung und der regelmässige Kontakt mit Haushaltsgiften schwächen unsere natürlichen Verteidigungsanlagen und erlauben es dem Krebs sich auszubreiten. Wenn man die folgenden Studien betrachtet, scheint gerade Vitamin K2 ein sehr wichtiges Puzzelteil bei der Krebsabwehr zu sein.[2]

Vitamin K2 tötet Leukämiezellen
Die krebsbekämpfenden Eigenschaften von Vitamin K2 hängen anscheinend damit zusammen, dass es Krebszellen töten kann. Forschungen mit Krebszellen im Reagenzglas belegen zumindest, dass Vitamin K2 die Selbstzerstörung von Leukämiezellen auslösen kann.

Vitamin K2 beugt Leberkrebs vor
Sie denken nun vielleicht „was im Reagenzglas funktioniert, muss noch lange nicht im wahren Leben so ablaufen.“ Das stimmt natürlich. Doch die krebshemmende Wirkung von Vitamin K2 ist auch an Menschen getestet worden: Zum Beispiel in der im Journal of the American Medical Association veröffentlichten Untersuchung. In dieser Studie wurden Menschen, die ein erhöhtes Leberkrebs-Risiko vorwiesen, mit Vitamin K2 über Nahrungsergänzungen versorgt. Diese Personen wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die kein Vitamin K2 erhielt. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Weniger als 10% der Probanden, die Vitamin K2 bekamen, erkrankten später an Leberkrebs. Aus der Kontrollgruppe hingegen erkrankten 47% an dieser schweren Krankheit.[2]

Vitamin K2 kann Sterberisiko bei Krebspatienten um 30% senken
Vitamin K2 kann anscheinend sogar Menschen helfen, die bereits an Krebs erkrankt sind. Der Verzehr von Vitamin K2 kann das Sterberisiko von Krebspatienten um 30% senken. Diese Ergebnisse wurden im April 2008 in einer Studie im Fachblatt American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.[2]

Vitamin-K-Bedarf: K1 150 – 200 µg/Tag & K2 150 – 200 µg/Tag

Der genaue Bedarf an Vitamin K ist im Jahr 2017 nicht abschließend bekannt. Er wird für Vitamin K1 bei etwa 1 µg pro kg Körpergewicht angenommen und bewegt sich damit bei Erwachsenen etwa zwischen 70 und 120 µg.[5] Diese Empfehlungen basieren allerdings auf sehr veraltetem Wissen und beziehen sich nur auf die Fähigkeit des Vitamin K1, Blutgerinnungsfaktoren in der Leber zu aktivieren, nicht jedoch auf die Versorgung mit K2 und alle über die Blutgerinnung hinausgehenden Funktionen, weshalb die meisten Autoren stark bezweifeln, dass diese Mengen tatsächlich ausreichend sind. [6] [7][1]

Der minimale Bedarf an Vitamin K2 wird auf etwa 45 µg geschätzt, (10) wobei neuere Studien nahelegen, dass eine ausreichende Wirksamkeit erst bei 120-200 µg erreicht wird und Ernährungsexperten eine mittlere Dosis von 150 µg empfehlen.[8] [6] [9] [10][1]

Vitamin-K-Form Bedarf minimal (1) Bedarf optimal
geschätzt (1)
K1 70 µg 150 – 200 µg
K2 45 µg 120 – 200 µg

(1) Gilt für Erwachsene[1]

Vitamin D sollte immer mit Vitamin K2 eingenommen werden

Vitamin D sollte zusammen mit Vitamin K2 eingenommen werden, da es sonst zu gesundheitlichen Risiken kommen kann.[1]

  • Vitamin D und Vitamin K2 wirken zusammen
  • Ohne Vitamin K2 kann Vitamin D sogar schädlich sein
  • Vitamin K2 wird von Bakterien im Darm produziert – diese Synthese ist oft gestört, die Versorgung meist unzureichend
  • Vitamin-D-Präparate sollten immer mit Vitamin K2 kombiniert werden
  • Vitamin K2 MK7 aus natürlichen Quellen ist die beste Form von Vitamin K2.[1]

Vitamin-K2-Dosierung in der Vitamin-D-Therapie

Aufgrund dieser Zusammenhänge ist im Rahmen einer Vitamin-D-Therapie die Einnahme von Vitamin K2 als empfehlenswert zu betrachten. Als Wirkstoff in kombinierten Vitamin-D-Präparaten mit K2 ist natürliches Vitamin K2 als all-trans MK7 zu empfehlen, das aus dem japanischen pflanzlichen Nahrungsmittel Natto gewonnen wird. In [1] werden 100 – 200 µg Vitamin K2 MK7 während einer Supplementierung mit Vitamin D empfohlen. Sinnvolle Mischungsverhältnisse hängen von der gewünschten Vitamin-D-Dosierung ab. Eine gute Kompromiss-Mischung, die einen großen Dosierungsbereich abdeckt ist 1000 IE Vitamin D zu 50µg Vitamin K2.[1]

Kategorie Dosierung Im Internet finden
K2 pur 150µg Vitamin K2 + MK7 + 150 µg + Natto all-trans + natürlich
D3 + K2 Kombi 1000 IE + 50µg Vitamin D3 + K2 MK7 +1000 IE + 50µg + Natto all-trans + vegan
[1]

Vitamin K in Grünkohl, Natto & anderen Lebensmitteln

Vitamin K1 findet sich vor allem in grünem Blattgemüse, Vitamin K2 in fermentierten Lebensmitteln, einigen tierischen Erzeugnissen und Käse. [6] [9] [11] [12] [1]

Lebensmittel Gehalt K1
µg/100g
Gehalt K2
µg/100g
Grünkohl [1] 817
Blattkohl (roh) 440
Spinat (roh) 380
Salat 315
Kichererbsen 264
Fenchel 240
Rosenkohl 236
Broccoli 180
Rapsöl 150
Linsen 123
Olivenöl 55
Natto 35 998 (MK7)
Butter 15 015 (MK4)
Gänseleber 11 365 (MK4)
Hartkäse 10 077 (MK4-MK10)
Weichkäse 3 057 (MK4-MK10)
Hühnerfleisch 009 (MK4)
Eigelb 1 031 (MK4)
Schweinefleisch [1] 0,2 1,6 (MK8, MK7)

Weitere Informationen

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 Vitamin D und Vitamin K, David Rotter, Dr. Schweikart GmbH, Berlin, abgerufen am 16.9.2017
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 Vitamin K2 - Das vergessene Vitamin, Zentrum der Gesundheit, abgerufen am 16.9.2017
  3. Beulens JW, Bots ML, Atsma F, Bartelink ML, Prokop M, Geleijnse JM, Witteman JC, Grobbee DE, van der Schouw YT: High dietary menaquinone intake is associated with reduced coronary calcification, Atherosclerosis. 2009 Apr;203(2):489-93. DOI: 10.1016/j.atherosclerosis.2008.07.010. Epub 2008 Jul 19.
  4. Rotterdam-Herz-Studie 2004 - Geleijnse JM, Vermeer C, Grobbee DE, Schurgers LJ, Knapen MH, van der Meer IM, Hofman A, Witteman JC: Dietary intake of menaquinone is associated with a reduced risk of coronary heart disease: the Rotterdam Study; J Nutr. 2004 Nov;134(11):3100-5; PMID: 15514282
  5. Dalmeijer GW, van der Schouw YT, Magdeleyns E, Ahmed N, Vermeer C, Beulens JWJ (2012) The effect of menaquinone-7 supplementation on circulating species of matrix Gla protein. Atherosclerosis 225:397–402 PMID: 23062766
  6. 6,0 6,1 6,2 Booth SL, Suttie JW (1998) Dietary intake and adequacy of vitamin K. J Nutr 128:785–788 PMID: 9566982
  7. Vermeer C, Shearer MJ, Zittermann A, Bolton-Smith C, Szulc P, Hodges S, Walter P, Rambeck W, Stöcklin E, Weber P (2004) Beyond Deficiency: Potential benefits of increased intakes of vitamin K for bone and vascular health. European Journal of Nutrition 43:325–335 DOI: 10.1007/s00394-004-0480-4
  8. Westenfeld R, Krueger T, Schlieper G, et al (2012) Effect of vitamin K2 supplementation on functional vitamin K deficiency in hemodialysis patients: a randomized trial. Am J Kidney Dis 59:186–195 PMID: 22169620
  9. 9,0 9,1 Rheaume-Bleue K (2011) Vitamin K2 and the calcium paradox: how a little-known vitamin could save your life. J. Wiley & Sons Canada, Etobicoke, Ont.
  10. Bügel S (2008) Vitamin K and bone health in adult humans. Vitam Horm 78:393–416 PMID: 18374202
  11. Souci SW, Fachmann W, Kraut H, Kirchhoff E, Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Deutschland (eds) (2008) Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen, 7., und erg. Aufl. Medpharm Scientific Publ. [u.a.], Stuttgart
  12. Schurgers LJ, Vermeer C (2000) Determination of phylloquinone and menaquinones in food. Effect of food matrix on circulating vitamin K concentrations. Haemostasis 30:298–307 PMID: 11356998